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Wiederholdt - Gestern und Heute

Im Jahre 1770 wurde die Göttinger Firma Wiederholdt, Büro- und Geschenkartikel aller Art, gegründet.

Am 12. August 1770 gründete der Buchbindermeister und Papierfabrikant Johann Carl Wiederholdt, in der heutigen Prinzenstraße (damals noch "Vor der Mühlenpforte") eine Buchbinderei und schloss ihr auch eine Papierhandlung an.

1814 stieg sein Sohn Christoph Gottfried in die Firma ein. Im Gebäude der heutigen Gaststätte "Zum Altdeutschen" stellten sie Buntpapiere und so genannte Stammbuchblätter, die "Postkarten" des ausgehenden 18. und des frühen 19. Jahrhunderts, her. Diese populären Drucke, alle mit "Göttingen bei Wiederholdt" signiert, fanden großen Anklang und wurden sogar bis in die jetzt gegründeten Vereinigten Staaten von Amerika geliefert. Bis heute existieren noch von Goethe handbeschriebene Stammbuchblätter aus dem Hause Wiederholdt. Die Jahre zogen ins Land und in dem kleinen Familienbetrieb übernahm dann Mitte des 19. Jahrhunderts Ernst-Ludwig Wiederholdt schon als dritte Generation die Unternehmensleitung. Er starb jedoch sehr früh kinderlos, so dass seine Schwester Catherine Elisabeth sowie ihr Ehegatte Georg Theodor Arnold Grosse, ein gelernter Apotheker aus Hann.Münden, im Frühjahr 1826 die Wiederholdtschen Geschäfte übernahmen.

In den folgenden Jahren verlor die Fabrikation von Buntpapieren immer mehr an Bedeutung und wurde eingestellt. Die letzte Wiederholdtsche Druckerpresse wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Georg Ernst-Wilhelm Grosse als Erbteil an seinen Bruder Ernst ausgezahlt, der damit die Firma "Grosse Druck" gründete, die bis vor einigen Jahren noch in Göttingen bestanden hat.

Kurz vor dem 1. Weltkrieg ließ nun der damalige Geschäftsinhaber Georg Grosse von 1912 bis 1914 die noch heute bestehenden Geschäftshäuser in der Prinzenstraße 14 und 15 errichten. Er war recht weitsichtig, äußerst zukunftsgläubig und für moderne Techniken aufgeschlossen. Dies dokumentierte auch seine für damalige Zeiten forsche Idee, einen der ersten Göttinger Fahrstühle in seinem Haus installieren zu lassen; diese Idee wurde dann jedoch ein Opfer der schon bald einsetzenden kriegsbedingten Rohstoffknappheit. Das Geschäft für Büroartikelhandel "Wiederholdt" etablierte sich aber trotz Kriegswirren, folgender Inflationszeit und allgemeiner Wirtschaftskrise am Ende der 20er und beginnender 30er Jahre als stabile Größe im Göttinger Einzelhandel.

Die NS-Diktatur seit 1933 und der von den braunen Machthabern 1939 begonnene 2. Weltkrieg brachte dann aber doch einen schweren Schicksalsschlag für den Kaufmann Georg Grosse und seine Familie. Der potentielle Nachfolger, Sohn Ernst Wilhelm, wurde ein Opfer des Krieges und verstarb als junger Soldat 1942 schon im Alter von 30 Jahren. So musste Georg Grosse für viele Jahre bis ins hohe Alter die Firma allein weiterführen. Er baute sie aber mit dem ihm eigenen, schon in jungen Jahren gezeigten Mut trotz der nachkriegsbedingten Notzeiten ab 1945 kontinuierlich aus, unter anderem durch Aufnahme neuer Sortimente in das Verkaufsprogramm sowie ein Netzwerk von Außendienstmitarbeitern.

Nach dem Tod von Georg Grosse im Jahre 1955 entstand für einige Jahre eine Unterbrechung in der direkten familiären Betriebsführung, da seine beiden Enkel für eine Geschäftsleitung noch zu jung waren. Der Betrieb musste nun notgedrungen zunächst einmal durch langjährige und treue Mitarbeiter sowie durch einen Treuhänder, den Rechtsanwalt und Notar Dr. Hermann Rose, geführt werden. 1966 übernahmen dann jedoch. die Brüder Hartmut und Ernst-Wilhelm die Geschäftsleitung und die Kontinuität war wiederhergestellt. In den nachfolgenden Jahren stieg dann die Fa. Wiederholt endgültig zum führenden Fachgeschäft der Branche in der Innenstadt auf.

1997 wurde der ältere Bruder Hartmut Grosse alleiniger Betriebsinhaber und führte von nun an zusammen mit seiner Ehefrau Gisela die Firma bis zum Ende des Jahres 2004. Am 01. Januar 2005 übernahm deren Sohn, der heutige Geschäftsinhaber, Betriebswirt und Kaufmann Alexander Grosse, die Leitung des Familienbetriebes und trägt seitdem sogleich auch die Verantwortung für die Fortsetzung einer nunmehr schon 249 Jahre dauernden familiären Erfolgsgeschichte. Die Geschäftsführung liegt ununterbrochen in der 8. Generation bei der Kaufmannsfamilie Wiederholdt/ Grosse, eine für die jüngere Göttinger Wirtschaftsgeschichte sehr seltene Traditionslinie.